Ein auf und ab bei den Wanderers

27.11.2017 um 18:11 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

Nach Buchloe-Sieg folgt eine herbe Klatsche in Passau

Zwei Gesichter zeigten die Wanderers Germering am vergangenen Spielwochenende.
In einer eher tempoarmen Partie mit wenig spielerischen Höhepunkten ging das Feilmeier-Team am letzten Freitagabend mit einem 4:2 Heimsieg vom Eis. Auch wenn es alles andere als ein Leckerbissen für echte Eishockeyfreunde war, nahmen die Münchner Vorstädter wichtige drei Punkte mit. Zwei Tage später beim Auswärtsspiel in Passau fielen die Schwarz-Gelben wieder zurück in alte Muster. Trotz nahezu kompletten Kaders fehlte erneut die Stabilität in der Defensive, dazu kamen individuelle Undiszipliniertheiten mit daraus resultierenden Unterzahlspielen, die die Dreiflüssestädter gekonnt für sich zu nutzen wussten. Drei ihrer sechs Powerplaysituationen krönten die Black Hawks zu einem Torerfolg. Der 7:3 Sieg für den EHF war letztlich auf Grund der läuferischen Frische und der höheren individuellen Qualität verdient. Damit gehen die Wanderers als Tabellenzwölfter mit neun Punkten Rückstand auf den 8. Tabellenplatz in die nächsten beiden Spieltage.

Am kommenden Freitag begrüßt das Team um Wanderers Kapitän Christian Czaika den HC Landsberg im Germeringer Polariom zum A96-Derby. Trotz wochenlangen Personalsorgen belegt das Team von Randy Neal den dritten Tabellenplatz mit jeweils drei Punkten Vor- bzw. Rückstand auf den jeweils Nächstplatzierten. Der HCL ist bärenstark in Sachen Powerplayeffizienz und kassiert gleichzeitig die wenigstens Gegentore in Unterzahl. Darüber hinaus haben sie mit Bohumil Slavicek den drittbesten Bayernliga-Scorer in ihren Reihen, mit 21 Toren und 12 Assists in 13 Ligaspielen für die Lechstädter. Dicht dahinter in der vereinsinternen Statistik folgen Dennis Sturm (26 Punkte) und der ehemalige deutsche Erstliga- und Zweitliga-Profi Daniel Menge (23 Punkte). Landsberg kommt als Team mit den meisten geschossenen Auswärtstoren nach Germering. Einen zuverlässigen Rückhalt im Tor haben Sie zudem im ehemaligen Wanderers Akteur Christoph Schedlbauer, der aktuell als drittbester Goalie der Liga auftritt. Die Favoritenrolle geht damit klar an den HC Landsberg. Das Feilmeier-Team wird jedoch, wie des Öfteren in der Vergangenheit, alles daran setzen, den vermeintlichen Favoriten zu ärgern.

Zwei Tage später ist Germering bei den Eishacklern in Peißenberg zu Gast. Zwar hat sich gegenüber der Vorsaison der Kader des TSV nur wenig verändert, allerdings mussten die wenigen Abgänge erstmal ersetzt werden, handelte es sich bei Sepp Staltmayr (jetzt Trainer), Dennis Neal (HC Landsberg) und Torjäger Tyler Wiseman (zurück nach Kanada) doch um absolute Leistungsträger. Allerdings scheint man diese Verluste durch Neuverpflichtungen wie den Kanadier Brandon Morley (University of Alaska) oder auch Florian Höfler (Schongau) ganz gut kompensiert zu haben. Beide gehören neben Spielmacher Manfred Eichberger und dem Slowenen Dejan Vogl zu den gefährlichsten Angreifern. Sie allesamt haben bereits mehr als 20 Scorerpunkte auf dem Konto und gehören damit zu den Top20 der Liga. Kein Wunder also, dass Peißenberg eine der offensivstärksten Mannschaften der Liga stellt. Bereits 79 Treffer haben die Peißenberger bisher erzielt. Fast immer unerwähnt bleibt die Tatsache, dass die Eishackler in den letzten Partien kaum mit mehr als vier geschulten Verteidigern aufgelaufen sind, fallen doch mit Manuel Singer und Tobias Maier zwei Spieler verletzungsbedingt für mehrere Wochen aus. Ein klares Indiz für mannschaftliche Kompaktheit und eine gereifte Teammoral, füreinander in jeder Situation einzustehen. Wie so oft in Peißenberg, eine schwere Aufgabe für die Germeringer.

Aktuell wechseln sich Stolz und Enttäuschung bei den Wanderers immer wieder ab. Die fehlende Konstanz ist bei den Schwarz-Gelben schon seit jeher ein Problem. Neben der Leistungsbereitschaft, bedarf es auch der nötigen Eigenmotivation, sich für den eigenen Mitspieler reinzuhängen und jeden Zweikampf zu Ende zu fahren, als wäre es der letzte. Der Ernst der Lage scheint nicht jedem immer klar zu sein. Die einfachsten Tugenden, wie jede Scheibe aufs Tor zu bringen oder jeden Check zu nehmen, müssen wieder an den Tag gelegt werden. Am bevorstehenden Wochenende warten zwei echte Härtetests auf die Münchner Vorstädter, auf die es sich in der Trainingswoche gut vorzubereiten gilt.