Von der ersten Minute an war klar, dass die Ravensburger an diesem Freitagabend den Wanderers keinen Zentimeter Eis freiwillig überlassen würden. Es war ein würdiger Saisonauftakt mit Spannung, vielen Chancen und Toren, betontem Körperspiel und dem besseren Ausgang für die Gastgeber.
Das Spiel begann bereits vielversprechend. Keine vier Minuten waren gespielt, da hatte jede Mannschaft schon eine Strafe auf der Anzeigetafel gehabt. Die Reviere wurden schnell abgesteckt. Nach 05:35 kam Daniel Menge mit viel Zug Richtung Tor, hatte noch die Möglichkeit nach rechts auf seinen mitgelaufenen Teamkollegen Louis Kolb zu spielen, entschied sich jedoch es selbst zu machen und traf. Etwa vier Minuten später stand Alexander Henrici in der neutralen Zone genau richtig und fing einen Pass der Ravensburger ab. Henrici spielte auf den vorstürmenden Dorfner, der den Ravensburger Goalie sehenswert umkurvte und einnetzte. Nach dem Tor nahmen die gegenseitigen Nicklichkeiten zu, welche die Unparteiischen mit teilweise etwas fragwürdigen Strafen ahndeten. So bekamen beispielsweise nach einer kleinen Schubserei Leon Schuster und Jon Jäger eine Zehn-Minutenstrafe. Mit der 2:0 Führung ging es in die erste Pause.
Sieben Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, da kam Ravensburg in Person von Steffen Kirsch zum Anschlusstreffer. Die Szene war nicht unumstritten, da eine mögliche Torhüterbehinderung vorlag, der Treffer wurde jedoch gegeben. 144 Sekunden später zeigten die Gäste ihr Können im Powerplay. Abermals traf Steffen Kirsch nach einer schönen Passstaffete ins Germeringer Gehäuse und glich den Spielstand aus. Keine drei Minuten später trafen die inzwischen spiel dominierenden Oberschwaben erneut. Marvin Wucher schoss nach einem schön gespielten Konter aufs Tor und der sonst gut aufgelegte und sichere Hannes Kiefer konnte nicht verhindern, dass der Puck ihm durch die Schoner rutschte. Ravensburg war in diesen Minuten übermächtig, Germering schien stehend k.o. zu sein. Nur 21 Sekunden nach dem 2:3 schoss der an diesem Abend nicht zu bremsende Steffen Kirsch von der rechten Seite aufs Tor und komplettierte mit dem 2:4 seinen Hattrick. In vier Minuten und neunzehn Sekunden hatte Germering vier Tore kassiert. Germering-Coach Markus Ratberger reagierte und nahm eine Auszeit. Die Wirkung dieser Auszeit war sofort sichtbar. Nur wenige Sekunden danach machte Dorfner nach einem schnellen Angriff den 2:3 Anschlusstreffer. Den Assist dazu machte Quirin Reichel. Das 4:4 auf der Anzeigetafel währte jedoch nur etwa sechs Minuten da Matteo Miller zwei Sekunden vor Ablauf einer stark gespielten doppelten Unterzahlsituation der Wanderers doch noch das Powerplay der Ravensburger in Zählbares verwerten konnte. Somit lagen die Gäste erneut in Führung. Das Ohnmachtsgefühl von Beginn des Drittels hatten die Wanderers jedoch inzwischen überwunden und zeigten sich enorm kämpferisch. Psychologisch enorm wichtig war der erneute Anschlusstreffer nur 56 Sekunden vor Ertönen der Pausensirene. Lennard Guttenthaler belohnte mit seinem Treffer sein ganzes Team für die letzten Minuten.
Mit einem 4:5 ging es in den Schlussabschnitt. Beide Teams warfen nochmal alles in die Waagschale. Bei 44:04 Minuten gelang Konsti Kolb im Powerplay der von den Fans herbei ersehnte Ausgleich. Doch es schien verhext zu sein. 42 Sekunden später bremste Maxim Kessler die frische Euphorie der Wanderers wieder, weil dieser zur 5:6 Führung traf. Das Spiel wurde insgesamt immer körperlicher. Die Checks wurden zu Ende gefahren und der Trashtalk nahm zu. Rund zehn Minuten standen noch auf der Uhr. Die Wanderers spielten in doppelter Überzahl und übten starken Druck auf die Ravensburger aus, die sich wacker verteidigten. Doch bei 51:57 klingelte es dann doch nach ein paar schnellen Pässen. Torschütze im Powerplay war Markus Kerber nach Zuspiel von Oskar Haerty. Nach dem Ausgleich waren die Hausherren tonangebend und übten weiter Druck aus. Rund fünf Minuten vor Schluss brachte Michael Fischer sein Team erstmals seit Beginn des zweiten Drittels wieder in Führung. Kurz darauf musste das Spiel aufgrund eines Problems mit dem Tor unterbrochen werden- die Mannschaften gingen in die Kabinen. Die letzten vier Minuten versuchte Ravensburg noch einmal alles, um zurückzukommen, Germering ließ jedoch nichts mehr zu und gewann am Schluss mit 7:6.
In der Summe ein wirklich sehenswertes Auftaktspiel, dass bis zum Schluss spannend blieb. Beide Teams hätten sich den Sieg mehr als verdient.
Erstes Spiel ist vorbei. Wie war die Stimmung vor dem Spiel?
Raß: „Stimmung ist super. Wir sind ein geiler Haufen, wir wissen, dass wir es können. Haben es glaub ich auch im ersten Drittel gut gezeigt. Im zweiten Drittel haben wir bisschen den Faden verloren. Aber du musst auch erst mal zweimal zurückkommen und mit sieben Toren kann man daheim auch mal gewinnen würde ich sagen.“
Wanderers-Verteidiger Maximilian Raß ordnete das Spiel im Interview ein:
Jetzt hast du es schon angesprochen. Was war im zweiten Drittel los?
Raß: „Erstes Saisonspiel. Wir waren noch nicht richtig eingespielt. Die Jungs haben vielleicht den Kopf nicht richtig freigehabt aber wir haben uns dann wieder gefangen. Wir kommen zurück, wir unterstützen uns und es macht Spaß.“
Am Sonntag gegen Lechbruck. Worauf kommt es da an?
Raß: „Schwieriges Spiel, kein angenehmer Gegner. Aber ich glaube, dass schaffen wir auch.“
Torschützen: Menge, Dorfner (2), Guttenthaler, Kolb K., Kerber, Fischer M.
Spieler des Spiels: Michael Dorfner
Nächstes Spiel: Sonntag 17:45 im Polarium gegen Lechbruck


